Nach dem Auftakt der Reihe war ich natürlich sehr gespannt, wie es mit den Schwestern weitergeht und Die Sturmschwester hat mich schon vom Grundgedanken her direkt angesprochen. Diesmal steht Ally im Mittelpunkt und ihre Geschichte klang für mich von Anfang an nach genau der Mischung, die ich bei solchen Reihen besonders liebe: persönliche Schicksalsschläge, Familiengeheimnisse, eine Reise in die eigene Vergangenheit und dazu noch eine starke emotionale Komponente.
Gerade bei den Sieben Schwestern mag ich, dass jede Schwester ihre ganz eigene Geschichte mitbringt und man trotzdem immer dieses große Ganze im Hintergrund spürt. Bei Ally war ich deshalb besonders neugierig, weil sie schon vorher eine interessante Figur war. Und was soll ich sagen? Auch diesen Band habe ich wirklich sehr geliebt. Für mich war das wieder genau diese Art von Geschichte, in die man sich einfach fallen lassen kann.
Inhalt & Stimmung
Im Mittelpunkt steht Ally d’Aplièse, deren Leben zu Beginn eigentlich in eine ganz bestimmte Richtung läuft. Sie steht an einem wichtigen Punkt ihrer Karriere als Seglerin und glaubt auch privat ihr Glück gefunden zu haben. Doch dann verändert eine Nachricht alles: Ihr geliebter Vater ist gestorben. Gemeinsam mit ihren Schwestern kehrt sie an den Genfer See zurück, wo sie nicht nur den Verlust verarbeiten muss, sondern auch wieder mit der Frage nach ihrer eigenen Herkunft konfrontiert wird.
Wie ihre Schwestern erhält auch Ally einen Hinweis, der sie auf die Spur ihrer Vergangenheit bringen soll. Dieser führt sie nach Norwegen und in eine Welt, mit der sie auf eine Weise verbunden ist, die sie selbst zunächst nicht ahnt. Gerade diese Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit hat für mich wieder unglaublich gut funktioniert. Ich mag es sehr, wenn Geschichten mehrere Ebenen haben und sich nach und nach etwas zusammensetzt, statt einem alles sofort zu erklären.
Besonders schön fand ich in diesem Band die Atmosphäre. Norwegen, Musik, Familiengeschichte und dieses raue, emotionale Gesamtbild haben für mich einfach wunderbar zusammengepasst. Die Geschichte hat etwas Kraftvolles, aber gleichzeitig auch etwas sehr Gefühlvolles. Es gibt diese Momente von Verlust und Trauer, aber eben auch dieses Suchen, Entdecken und Verstehen. Genau das mochte ich sehr.
Für mich war das wieder eines dieser Bücher, das einen nicht nur wegen der Handlung fesselt, sondern auch wegen des Gefühls, das es beim Lesen auslöst. Ich wollte immer weiterlesen, weil ich wissen wollte, wie alles zusammenhängt, aber auch, weil ich einfach gern in dieser Geschichte geblieben bin. Und genau das ist für mich immer ein sehr gutes Zeichen.
Charaktere & Stil
Ally mochte ich in diesem Band wirklich sehr. Sie ist eine Figur, die Stärke ausstrahlt, aber gleichzeitig auch verletzlich ist und genau diese Mischung macht sie für mich interessant. Gerade weil ihr Leben an mehreren Stellen aus dem Gleichgewicht gerät, hatte ich das Gefühl, dass ihre Geschichte besonders intensiv ist. Man begleitet sie nicht nur auf einer Reise zu ihrer Herkunft, sondern auch durch eine sehr emotionale Phase ihres Lebens.
Was ich an Lucinda Riley generell mag, ist ihre Art, Figuren lebendig wirken zu lassen. Ich habe beim Lesen nie das Gefühl, nur von außen auf die Handlung zu schauen. Stattdessen entsteht schnell dieses Mitfiebern, bei dem man wirklich wissen möchte, wie sich alles entwickelt. Genau das war hier für mich wieder ganz stark vorhanden. Allys Geschichte hat mich nicht nur interessiert, sie hat mich wirklich berührt.
Auch der Schreibstil hat mich erneut komplett abgeholt. Lucinda Riley schreibt für mich so, dass ihre Geschichten gleichzeitig leicht lesbar und trotzdem sehr stimmungsvoll sind. Sie kann große Emotionen transportieren, ohne dass es zu viel wird und genau das schätze ich sehr an ihren Büchern. Gerade bei solchen Familiengeschichten ist es wichtig, dass man sich auf die Figuren und ihre Welt einlassen kann – und das konnte ich hier ohne Probleme.
Dazu kommt, dass die Autorin diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart wieder sehr schön aufgebaut hat. Ich mag es, wenn historische Elemente nicht einfach nur da sind, sondern wirklich etwas zur Geschichte beitragen und dem Ganzen Tiefe geben. Genau das war hier für mich der Fall. Alles wirkte stimmig, emotional und mit viel Gefühl erzählt.
Was diesen Band für mich aber besonders gemacht hat, war einfach, wie sehr mich Allys Geschichte gepackt hat. Ich habe nicht nur interessiert verfolgt, was passiert, sondern ich war wirklich emotional drin. Und genau deshalb gehört dieser Band für mich definitiv zu den Büchern, die ich beim Lesen einfach geliebt habe.
Fazit
Die Sturmschwester hat mich genauso begeistert, wie ich es mir erhofft hatte – vielleicht sogar noch ein Stück mehr. Allys Geschichte war für mich unglaublich emotional, atmosphärisch und einfach wunderschön erzählt. Ich liebe bei dieser Reihe sowieso die Kombination aus Familiengeheimnissen, Herkunftssuche und den verschiedenen Schauplätzen, aber dieser Band hat für mich noch einmal etwas ganz Eigenes mitgebracht.
Vor allem Ally selbst, die Verbindung zur Musik und diese gesamte Stimmung der Geschichte haben mich komplett abgeholt. Ich habe mitgefiebert, mitgefühlt und war einfach sehr gern Teil dieser Geschichte. Genau so wünsche ich mir das bei einer Reihe, bei der jede Schwester ihre eigene Vergangenheit entdeckt.
Empfehlen würde ich das Buch auf jeden Fall allen, die schon den ersten Band mochten und Lust auf eine weitere emotionale, atmosphärische Geschichte innerhalb dieser Reihe haben. Für mich war Die Sturmschwester ein voller Treffer und ein Band, den ich wirklich sehr geliebt habe.
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