Bei einem Buch über Feuerwehrleute bin ich natürlich direkt neugierig. Dazu kommt die verbotene Anziehung zwischen zwei Menschen, die in derselben Einheit arbeiten und eigentlich genau wissen, dass private Beziehungen innerhalb ihres Teams keine besonders gute Idee sind. Das klang nach einer Mischung aus Gefahr, Leidenschaft und ordentlich Spannung.
Dass Into the Heat nur etwas mehr als 100 Seiten hat, war mir vorher allerdings nicht so bewusst. Beim Lesen wurde deshalb ziemlich schnell deutlich, dass es sich nicht um einen vollständigen Roman, sondern eher um eine Vorgeschichte zur eigentlichen Reihe handelt. Das erklärt zwar die Kürze, ändert aber nichts daran, dass ich gern noch etwas länger bei Anne und Danny geblieben wäre.
Inhalt & Stimmung
Anne Ashburn und Danny Maguire arbeiten gemeinsam beim New Brunswick Fire Department. Seit Anne vor zwei Jahren in die Einheit gekommen ist, knistert es zwischen den beiden. Nach außen versuchen sie jedoch, professionell zu bleiben, denn Beziehungen innerhalb des Teams sind verboten und könnten ihre Zusammenarbeit gefährden.
Während der Hochzeitsvorbereitungen eines Kollegen verbringen Anne und Danny mehr Zeit miteinander. Dabei lässt sich die gegenseitige Anziehung irgendwann kaum noch ignorieren. Was lange nur zwischen ihnen in der Luft lag, wird plötzlich sehr konkret. Die Geschichte entwickelt dadurch ziemlich schnell eine hohe Intensität und macht ihrem Titel alle Ehre.
Ich muss schon sagen: Zwischen Anne und Danny ging es ordentlich heiß her. Die Chemie zwischen den beiden war deutlich spürbar, und ihre Begegnungen waren definitiv nicht zurückhaltend geschrieben. Wer romantische Geschichten mit einer kräftigen Portion Erotik mag, bekommt hier also einiges geboten.
Neben der Leidenschaft spielt aber auch der Feuerwehralltag eine wichtige Rolle. Die Einsätze bringen eine ganz andere Art von Spannung in die Geschichte, denn trotz aller Gefühle bleibt die Arbeit der Figuren gefährlich. Gerade weil ein einziger Fehler schwerwiegende Folgen haben kann, liegt über manchen Szenen eine deutliche Anspannung.
Das hat für mich gut zusammengepasst. Die Geschichte bestand nicht ausschließlich aus romantischen oder erotischen Momenten, sondern brachte auch Action und Gefahr mit. Trotzdem hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass alles sehr schnell gehen musste. Kaum hatte ich mich richtig auf eine Situation eingelassen, war sie teilweise schon wieder vorbei.
Charaktere & Stil
Anne wirkte auf mich selbstbewusst und entschlossen. Sie möchte in ihrem Beruf ernst genommen werden und steht innerhalb der Einheit ihren Mann. Gleichzeitig merkt man, dass Danny nicht einfach nur irgendein Kollege für sie ist. Gerade dieses Spannungsfeld zwischen Professionalität und persönlichem Verlangen hat ihre Figur für mich interessant gemacht.
Danny passt gut zu ihr, weil er ebenfalls mit voller Leidenschaft Feuerwehrmann ist und die Anziehung zwischen ihnen genauso wenig abschütteln kann. Die beiden funktionieren vor allem durch ihre starke körperliche Chemie miteinander. Auf den wenigen Seiten bleibt allerdings nicht besonders viel Zeit, um beide noch ausführlicher kennenzulernen.
Genau das war für mich der größte Schwachpunkt der Geschichte. Ich hätte gern mehr über Anne und Danny erfahren und ihre Entwicklung etwas länger begleitet. Viele Dinge werden zwar angedeutet oder schnell erzählt, können sich durch die Kürze aber nicht so tief entfalten, wie es bei einem vollständigen Roman möglich gewesen wäre.
Der Schreibstil von J. R. Ward ließ sich für mich angenehm und sehr flüssig lesen. Die Autorin hält sich nicht lange mit einem ruhigen Aufbau auf, sondern bringt die Figuren und ihre Anziehung schnell zusammen. Auch die gefährlicheren Szenen sind so geschrieben, dass Tempo aufkommt und man wissen möchte, was als Nächstes passiert.
Dadurch war das Buch sehr kurzweilig – in beiden Bedeutungen des Wortes. Ich fühlte mich gut unterhalten und kam schnell durch die Seiten, gleichzeitig war die Geschichte aber eben auch wahnsinnig schnell vorbei. Kaum hatte ich mich richtig eingelesen, war ich bereits am Ende angekommen.
Als eigenständiger Roman wäre mir das eindeutig zu wenig gewesen. Als Novella und Vorgeschichte zum eigentlichen Hauptband funktioniert die Länge schon besser. Sie macht neugierig auf die Figuren, zeigt, wie Anne und Danny zueinanderstehen und legt offenbar die Grundlage für die weitere Geschichte.
Fazit
Into the Heat war eine heiße und unterhaltsame Vorgeschichte, die Romance, Erotik und den gefährlichen Alltag einer Feuerwehreinheit miteinander verbindet. Besonders die Chemie zwischen Anne und Danny hat gut funktioniert. Zwischen den beiden knistert es nicht nur ein bisschen, sondern schon ziemlich gewaltig.
Mein größtes Problem war die geringe Länge. Die Geschichte war gerade erst richtig in Fahrt gekommen, da war sie auch schon wieder vorbei. Dadurch blieben die Figuren für mich etwas weniger ausgearbeitet, als ich es mir gewünscht hätte. Viele Entwicklungen hätten mit mehr Seiten wahrscheinlich noch deutlich stärker wirken können.
Als Vorbereitung auf Into the Fire erfüllt die Novella aber ihren Zweck. Sie führt Anne und Danny ein, zeigt ihre Vorgeschichte und macht neugierig darauf, wie es nach dem einschneidenden Feuerwehreinsatz mit ihnen weitergeht. Wer nur einen vollständigen Roman erwartet, könnte von der Kürze enttäuscht sein. Als kurzer, ziemlich heißer Einstieg in die Firefighters-Reihe hat mir das Buch jedoch gut gefallen.
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