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Die sieben Schwestern

von Lucinda Riley

Verlag:
Goldmann Verlag
Format:
Hardcover
Seiten:
576
ISBN:
9783641117009
3 min Lesezeit 11 Aufrufe
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Manchmal gibt es Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt: Das könnte etwas Größeres werden. Genau dieses Gefühl hatte ich bei Die sieben Schwestern von Lucinda Riley. Der Auftakt einer Reihe, die sich um sechs – beziehungsweise sieben – adoptierte Schwestern dreht, klang für mich sofort spannend. Jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihrer eigenen Herkunft. Und ganz ehrlich: Familiengeheimnisse, verschiedene Zeitebenen und ein Hauch von Fernweh – das ist genau mein Ding.

 

Inhalt & Stimmung

Im Mittelpunkt steht Maia, die älteste der sechs Schwestern. Während ihre Geschwister längst ihr eigenes Leben in der Welt gefunden haben, ist Maia immer auf dem Anwesen ihres Vaters am Genfer See geblieben. Sie wirkt ruhig, fast zurückhaltend – jemand, der Sicherheit braucht. Doch als ihr Vater stirbt, verändert sich alles. Er hinterlässt jeder seiner Töchter einen Hinweis auf ihre Herkunft und Maia führt dieser nach Rio de Janeiro.

Dort beginnt sie, gemeinsam mit dem Schriftsteller Floriano, ihre Vergangenheit zu entschlüsseln. Parallel dazu taucht man in eine zweite Zeitebene ein: das Paris der Jahrhundertwende. Hier entfaltet sich eine ganz eigene Geschichte – geprägt von Kunst, Liebe und Entscheidungen, die weitreichende Folgen haben.

Die Stimmung im Buch ist unglaublich atmosphärisch. Man reist mit – von der ruhigen, fast abgeschotteten Welt am Genfer See bis hin zum lebendigen, farbenfrohen Rio und dem eleganten Paris vergangener Zeiten. Besonders die Vergangenheit hat für mich eine ganz eigene Magie gehabt. Diese Mischung aus Fernweh, Geheimnissen und Emotionen zieht sich durch das ganze Buch und macht es schwer, es aus der Hand zu legen.

 

Charaktere & Stil

Maia ist keine laute Heldin und genau das macht sie so interessant. Sie ist eher vorsichtig, beobachtend, manchmal unsicher, aber gerade dadurch wirkt ihre Entwicklung umso greifbarer. Man merkt, wie sie Schritt für Schritt aus ihrer Komfortzone herauskommt und sich ihrer eigenen Geschichte stellt.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Verbindung zwischen den Schwestern. Auch wenn sie räumlich getrennt sind, spürt man diesen Zusammenhalt. Dieses Gefühl von Familie, das nicht selbstverständlich ist, sondern bewusst gelebt wird – das fand ich richtig schön umgesetzt.

Der Schreibstil von Lucinda Riley ist dabei angenehm flüssig und sehr bildlich. Man kann sich die Orte und Szenen richtig gut vorstellen, ohne dass es überladen wirkt. Besonders stark fand ich die zwei Zeitperspektiven. Die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind klar und nachvollziehbar und für mich war tatsächlich die Vergangenheit der stärkere Part. Die Geschichte dort hatte noch mehr Tiefe, mehr Emotion, mehr Intensität. Trotzdem ergänzen sich beide Ebenen perfekt und ergeben zusammen ein stimmiges Gesamtbild.

 

Fazit

Für mich ist Die sieben Schwestern ein richtig gelungener Auftakt einer Reihe, die definitiv Lust auf mehr macht. Die Mischung aus Familiengeheimnis, Reise, Geschichte und Emotion funktioniert einfach. Besonders die Vergangenheitsebene hat mich komplett abgeholt, während die Gegenwart die Entwicklung von Maia schön trägt.

Ich vergebe 5 Sterne , weil mich das Buch nicht nur unterhalten, sondern auch wirklich mitgenommen hat. Wer Geschichten liebt, die mehrere Zeitebenen verbinden, starke Frauenfiguren zeigen und dabei noch Fernweh auslösen, sollte hier definitiv zugreifen. Für mich ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und bei dem ich sofort wissen möchte, wie es weitergeht.