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Pupsi und Stinki

Autor: Sebastian Fitzek

Sprecher:
Simon Jäger
Verlag:
Argon Verlag
Format:
Audio
Spieldauer:
25 Min
Erschienen:
2017
4 min Lesezeit 14 Aufrufe
Bei dieser Ausgabe handelt es sich um ein selbst gekauftes Buch.
Klappentext anzeigen
Der kleine Paul wird in der Kita gehänselt, weil ihm ständig geräuschvolle und stinkende Pupse entfahren. Doch dann findet "Pupsi", wie er bald genannt wird, einen ganz besonderen Freund: Ein Stinktier namens "Stinki", das einen schlimmen Makel hat: Es kann nicht auf Kommando stinken!
Bald merken die beiden, dass Gemeinsamkeit stark macht. Und mit den Hänseleien ist endgültig Schluss, als es ihnen gelingt, einen gefährlichen Angreifer zu vertreiben ...

Mit Pupsi und Stinki hat Sebastian Fitzek ein Kinderbuch geschrieben, das auf den ersten Blick erst einmal überrascht. Gerade wenn man ihn sonst eher mit seinen Thrillern verbindet, klingt ein Titel wie dieser natürlich komplett anders. Genau das hat für mich aber auch direkt den Reiz ausgemacht. Das Hörbuch erschien 2017, ist ungekürzt, wird von Simon Jäger gelesen und hat eine Laufzeit von rund 25 Minuten. Inhaltlich geht es um den kleinen Paul, der wegen seiner Pupse in der Kita gehänselt wird und in einem Stinktier einen ganz besonderen Freund findet. 

Für mich war hier gar nicht so sehr ungewohnt, dass Fitzek ein Kinderbuch geschrieben hat. Viel auffälliger war für mich, dass ausgerechnet Simon Jäger diese Geschichte liest, den viele eben ebenfalls eher aus Fitzeks düsteren Stoffen kennen. Genau deshalb war ich umso gespannter, wie sich das wohl anfühlen würde. Und ich muss sagen: Schon diese besondere Kombination hat das Hörbuch für mich interessant gemacht.

 

Inhalt & Stimmung

Im Mittelpunkt steht Paul, der in der Kita gehänselt wird, weil ihm immer wieder laute und stinkende Pupse entfahren. Dadurch bekommt er den Spitznamen „Pupsi“ und wird von den anderen Kindern ausgegrenzt. Eines Tages begegnet er dann dem Stinktier „Stinki“, das ausgerechnet das Problem hat, eben nicht stinken zu können. Aus dieser ungewöhnlichen Begegnung entsteht eine Freundschaft, in der beide merken, dass sie mit ihren vermeintlichen Schwächen nicht alleine sind. Gemeinsam schaffen sie es schließlich sogar, sich zu behaupten und einen gefährlichen Angreifer zu vertreiben. 

Was mir an der Geschichte wirklich gut gefallen hat, ist die Art, wie hier eine wichtige Botschaft in eine sehr einfache und zugleich zugängliche Handlung gepackt wurde. Natürlich ist das Ganze witzig, denn schon allein das Thema Pupsen sorgt bei Kindern vermutlich schnell für Lacher. Aber dahinter steckt eben deutlich mehr als nur ein kurzer Gag. Es geht um Anderssein, um Scham, um Ausgrenzung und vor allem darum, dass man mit seinen Schwächen nicht wertlos ist.

Die Stimmung fand ich dabei angenehm kindgerecht. Das Hörbuch wirkt leicht, humorvoll und warm, ohne dass die Botschaft mit erhobenem Zeigefinger rüberkommt. Ich mochte genau diesen Punkt sehr, denn gerade bei Geschichten für Kinder finde ich es wichtig, dass sie etwas vermitteln, ohne schwer oder belehrend zu werden. „Pupsi und Stinki“ hat das für mein Empfinden wirklich gut geschafft. Die Geschichte bleibt verständlich, niedlich und nahbar, trägt aber trotzdem eine Aussage in sich, die nicht banal ist. Und genau das macht so etwas am Ende oft stärker, als man zunächst denkt.

 

Charaktere & Stil

Paul und Stinki sind natürlich keine kompliziert ausgearbeiteten Figuren, wie man es aus längeren Geschichten kennt, aber das müssen sie hier auch gar nicht sein. Für die kurze Form funktioniert das für mich absolut. Beide stehen sinnbildlich für etwas, das Kinder sehr gut nachvollziehen können: das Gefühl, wegen etwas ausgelacht zu werden, das man selbst nicht einfach abstellen kann. Gerade dadurch bekommen die Figuren trotz der humorvollen Idee eine echte Wirkung.

Besonders schön fand ich, dass die Geschichte die Schwächen der beiden nicht einfach nur als lustiges Merkmal benutzt, sondern daraus etwas Verbindendes macht. Genau darin liegt für mich die Stärke dieses Hörbuchs. Es sagt im Grunde: Du bist mit dem, was dich vielleicht unsicher macht, nicht alleine. Und manchmal kann sogar genau das, wofür du dich schämst, eine Stärke sein. Ich finde, das ist eine wichtige Message und sie wurde hier wirklich so verpackt, dass auch kleinere Kinder sie schon verstehen können.

Was die Umsetzung als Hörbuch angeht, muss ich sagen, dass Simon Jäger das wirklich super gemacht hat. Für mich war das zunächst der ungewöhnlichste Punkt an diesem Titel, weil seine Stimme für mich eben sehr stark mit Fitzeks Psychothrillern verbunden ist. Aber genau das hat überraschend gut funktioniert.

Er liest die Geschichte so, dass sie lebendig bleibt, ohne überzogen zu wirken. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die bekannte Stimme hier fehl am Platz wäre. Im Gegenteil: Es zeigt eher, dass ein guter Sprecher eben auch ein ganz anderes Genre tragen kann. 

Auch stilistisch funktioniert das Hörbuch in seiner Kürze gut. Durch die überschaubare Laufzeit von etwa 25 Minuten ist die Geschichte sehr kompakt erzählt. Das passt hier aber, weil sie gar nicht mehr braucht. Es ist kein Hörbuch, das riesig ausholt oder besonders tief in viele Ebenen geht, sondern eines, das seine Botschaft auf den Punkt bringt. Und manchmal ist genau das mehr wert als unnötig in die Länge gezogene Kinderunterhaltung.

 

Fazit

„Pupsi und Stinki“ ist für mich ein wirklich gelungenes Kinderbuch mit Herz, Humor und einer Botschaft, die ankommt. Ich mochte sehr, dass hier ein Thema wie Ausgrenzung so verständlich und gleichzeitig so charmant aufgegriffen wurde. Das Ganze ist witzig, ohne albern zu kippen und hat genau dadurch für mich sehr gut funktioniert.

Wer ein kurzes, warmes und kindgerechtes Hörbuch sucht, das nicht nur unterhält, sondern nebenbei auch noch etwas Wichtiges vermittelt, macht hier in meinen Augen nichts falsch. Und ja – auch die Kombination aus Sebastian Fitzek und Simon Jäger hat für mich überraschend gut auch in dieses Genre gepasst.