Schon der Klappentext von Wir beide, irgendwann hat mich sofort neugierig gemacht. Die Vorstellung, im Jahr 1996 plötzlich das eigene Facebook-Profil aus der Zukunft zu sehen, ist einfach eine richtig spannende Idee. Gerade weil es Facebook damals noch gar nicht gab, wirkt dieser Gedanke gleichzeitig faszinierend und irgendwie auch beängstigend. Genau solche Geschichten, die mit Zeit, Zukunft und den Auswirkungen eigener Entscheidungen spielen, finde ich grundsätzlich immer interessant.
Deshalb war ich gespannt, wie der Autor diese ungewöhnliche Idee umsetzen würden. Und ich muss sagen, dass mich die Geschichte insgesamt wirklich gut unterhalten hat. Vor allem die Fragen, die sie aufwirft, haben mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.
Inhalt & Stimmung
Emma bekommt ihren ersten Computer geschenkt und richtet mit der Hilfe ihres besten Freundes Josh einen Internetzugang ein. Dabei stoßen die beiden zufällig auf Emmas Facebook-Profil – allerdings nicht aus ihrer Gegenwart, sondern aus einer Zeit, die noch viele Jahre in der Zukunft liegt. Während Josh dort ein glückliches Leben zu führen scheint, blickt Emma auf eine Zukunft, mit der sie alles andere als zufrieden ist.
Natürlich versucht Emma daraufhin, ihre Entscheidungen zu verändern, um das zu verhindern, was sie auf ihrem zukünftigen Profil gesehen hat. Doch schnell wird deutlich, dass jede noch so kleine Veränderung neue Auswirkungen mit sich bringt und längst nicht alles so einfach ist, wie sie zunächst glaubt.
Genau diese Idee fand ich richtig gelungen. Das Buch spielt mit der Frage, ob unsere Zukunft wirklich feststeht oder ob wir sie durch unsere Entscheidungen beeinflussen können. Gleichzeitig zeigt die Geschichte sehr deutlich, dass jede Handlung Konsequenzen hat und manchmal genau das Gegenteil von dem auslösen kann, was man eigentlich erreichen wollte.
Besonders spannend fand ich den Gedanken, dass die Figuren auf einer Plattform unterwegs sind, die es zu ihrer Zeit eigentlich noch gar nicht gibt. Gerade das hat der Geschichte für mich etwas leicht Unheimliches gegeben. Es war nicht gruselig im klassischen Sinne, aber doch irgendwie beängstigend, sich vorzustellen, plötzlich einen Blick in das eigene zukünftige Leben werfen zu können.
Charaktere & Stil
Emma und Josh stehen klar im Mittelpunkt der Geschichte und bringen beide ihre ganz eigene Sicht auf das Ganze mit. Während Emma ihre Zukunft unbedingt verändern möchte, geht Josh zunächst ganz anders mit dem um, was sie entdecken. Gerade dadurch entstehen immer wieder interessante Situationen und auch Konflikte zwischen den beiden.
Der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen. Das Buch lässt sich angenehm lesen und baut die ungewöhnliche Grundidee verständlich auf, ohne sie unnötig kompliziert werden zu lassen. Gleichzeitig bleibt die Geschichte spannend, weil man immer wissen möchte, welche Auswirkungen die nächste Entscheidung haben wird.
Was mir besonders gefallen hat, war, dass das Buch nicht einfach nur eine Liebesgeschichte erzählt, sondern sich auch mit größeren Fragen beschäftigt. Wie viel Einfluss haben wir eigentlich auf unser Leben? Würden wir wirklich glücklich werden, wenn wir unsere Zukunft schon kennen würden? Oder würden wir gerade dadurch vieles kaputt machen?
Für mich zeigt die Geschichte sehr schön, dass man das Schicksal eben nicht so einfach austricksen kann. Egal wie sehr Emma versucht, bestimmte Dinge zu verhindern oder bewusst in eine andere Richtung zu lenken – vieles entwickelt sich trotzdem anders, als sie es erwartet. Genau dieser Gedanke hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt.
Natürlich merkt man dem Buch auch an, dass es sich an ein jüngeres Publikum richtet. Trotzdem fand ich die Idee dahinter originell genug, dass sie mich bis zum Ende gut unterhalten konnte. Vor allem lebt die Geschichte für mich weniger von überraschenden Wendungen als von dem Gedankenspiel selbst.
Fazit
Wir beide, irgendwann hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Die Idee, das eigene Facebook-Profil aus der Zukunft zu entdecken, ist außergewöhnlich und sorgt dafür, dass man sich automatisch fragt, wie man selbst in einer solchen Situation handeln würde.
Besonders spannend fand ich die Frage, ob man sein Schicksal überhaupt verändern kann oder ob manche Dinge am Ende doch ihren Weg finden. Genau darüber regt das Buch immer wieder zum Nachdenken an, ohne dabei den Unterhaltungswert aus den Augen zu verlieren.
Wer Geschichten über Zeit, Zukunft und die Auswirkungen eigener Entscheidungen mag, sollte sich dieses Buch ruhig einmal anschauen. Für mich war es eine originelle Geschichte mit einer spannenden Grundidee, die mir wirklich gut gefallen hat.
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